Wie viele Spieler braucht ein Handball-Team?
Diese Frage hätte sich beim Blick auf die SGHH-Auswechselbank am vergangenen Samstag wohl jeder Zuschauer gestellt, der sich im Handballsport nicht sonderlich gut auskennt. Denn als der Schlusspfiff in der Partie zwischen der Zweitvertretung der HSG Konstanz und der SG Heidelsheim/Helmsheim ertönte, war Trainer Sven Eberlein kein einziger einsatzbereiter Feldspieler mehr übriggeblieben, den man hätte einwechseln können. Der durch die Langzeitverletzungen von Zengerle, Krepper und Rusnak bereits vor dem Anpfiff stark gebeutelte SGHH-Kader wurde im Laufe der 60 Minuten in der Schänzlehalle durch eine Verletzung von Max Gromer sowie die vorzeitige Disqualifikation beider Kreisläufer weiter dezimiert und man konnte fast froh sein, dass man das Spiel zumindest nicht in Unterzahl beenden musste. Auch wenn es diese Schilderung nicht vermuten lässt, wäre ein Sieg für die Eberlein-Sieben dennoch im Bereich des Möglichen gewesen.
Denn die SGHH kam besser ins Spiel, führte schnell mit 0:2 und fand zunächst gute Mittel gegen die erwartet offensive Deckung der Gastgeber. Über 5:7 und 8:10 stand nach 24 Minuten eine 10:12 SGHH-Führung auf der Anzeigetafel, als die Unparteiischen nach einem unabsichtlichen Gesichtstreffer dem Konstanzer Luca Lebherz eine äußerst fragwürdige rote Karte zeigten. Dass Ivan Tosino nur fünf Minuten später ebenfalls vom Platz gestellt wurde, sorgte objektiv betrachtet zwar für etwas Gerechtigkeit, traf die Eberlein-Sieben allerdings hart. Denn zu Beginn der zweiten Halbzeit merkte man schnell, dass die dynamisch agierenden Konstanzer noch eine Schippe draufpacken würden, während den SG-Jungs langsam, aber sicher die Ideen auszugehen schienen. Gegen die nun immer offener deckenden Talente des Zweitligaabsteigers fehlte zunehmend die Tiefe im SGHH-Angriffsspiel. So war die 12:14-Pausenführung durch einen 3:0-Lauf der Gastgeber innerhalb von fünf Minuten ausgeglichen. Drei weitere Zeitstrafen gegen die SGHH binnen drei Spielminuten ermöglichten es der HSG, weitere vier Tore in Folge zu erzielen und sich auf 19:15 abzusetzen. Dies stellte im Nachhinein betrachtet die Vorentscheidung in der bis dato auf Augenhöhe geführten Partie dar. Denn die SGHH konnte beim 23:22 durch Max Bodemer den Rückstand zwar noch einmal auf ein Tor verkürzen, schaffte es unter den beschriebenen Umständen in der Folge allerdings nicht mehr, die Partie erneut zu drehen. Am Ende des Tages stand somit eine 31:25-Niederlage gegen einen guten, aber definitiv nicht unschlagbaren Gegner auf der Anzeigetafel. Für die SGHH ist dieses Ergebnis vor allem daher bitter, weil trotz der widrigen Umstände erneut das Gefühl zurückbleibt, sich durch eine kurze schlechte Phase selbst um den Lohn für eine ansonsten ordentliche Partie gebracht zu haben.
Aber es hilft alles Nichts. Wie bereits vor der Runde zu erwarten war, ist die neu formierte Oberliga ausschließlich mit starken Teams besetzt, sodass in dieser Saison bereits Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden werden. Aus diesem Grund wird es umso wichtiger sein die eigenen Fehler im Laufe der bevorstehenden Trainingswoche bestmöglich abzustellen, um dann am kommenden Samstag erstmals in dieser Saison doppelt zu punkten. Dann trifft das Team zuhause auf die SG Pforzheim/Eutingen. Anpfiff ist um 20:00 Uhr in der Bruchsaler Sporthalle. Bereits vorher sind unsere Herren 2 und die Damen im Einsatz. Kommt alle vorbei und unterstützt unsere Teams!
Es spielten: Sascha Helfenbein, Pascal Boudgoust (beide Tor), Max Bodemer (9), Adam Zivojnovic (4), Max Gromer, Samuel Josenhans, Magnus Metzger (7/2), Daniel Philipp, Maik Bratschke (3), Darien Holler (2), Ivan Tosino